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Legasthenie diagnostiziert - was nun?

Sowohl Kinder mit einer diagnostizierten Legasthenie als auch Kinder mit einer erworbenen LRS sollten professionelle Hilfe erhalten. Hier gilt zu beachten: Nachhilfeunterricht ist keine adäquate Unterstützung für legasthene Kinder und für Kinder mit LRS! Die Förderung sollte durch einen ausgebildeten Lerntherapeuten erfolgen. Voraussetzung für ein erfolgreiches LRS/Legasthenie-Training ist eine enge Zusammenarbeit in erster Linie des betroffenen Kindes, der Eltern, des Lehrers und des Lerntherapeuten. Sind bei dem betroffenen Kind bereits Folgesymptome wie psychosomatische Erkrankungen vorhanden, sollten – je nach Ausprägung – ein Arzt, Psychologe oder ein Psychotherapeut mit herangezogen werden. Ein Training kann erst dann erfolgreich sein, wenn die Maßnahmen individuell auf jedes Kind zugeschnitten sind.

Was leistet ein kompetentes Legasthenietraining?

Bevor das Training beginnen kann, muss eine schriftliche Diagnose über das Vorhandensein einer Legasthenie/LRS vorliegen bzw. sollte ein pädagogisches Gutachten erstellt werden. Um eine individuell angepasste Förderung konzipieren zu können, ist es wichtig zu wissen, welche »Art« der Legasthenie vorliegt und ob bereits Sekundärsymptome auftreten, denn jedes Kind hat seine eigene Legasthenie. Somit gibt es auch keine Patentmethode, die bei allen Betroffenen eine schnelle Verbesserung bewirkt. Grundsätzlich sollte die Tatsache im Auge behalten werden, dass sich Lesen nur durch Lesen und Schreiben nur durch Schreiben erlernen lässt.

So kann ein Legasthenietraining nur durch individuelles, intensives und regelmäßiges Arbeiten Erfolg bringen. Daher sind auch medizinische »Wundermittel«, die Legasthenie »heilen« können, definitiv abzulehnen. Die Förderung sollte computergestützt erfolgen. Es sollte klar gestellt werden, dass Nachhilfeunterricht kein Ersatz bzw. keine Alternative zu einem individualisierten Training bei Legasthenie oder auch LRS darstellt. Um ein sinnvolles individualisiertes Förderprogramm anbieten zu können, ist es auch wichtig, dass die Konzeption von einem gut ausgebildeten Lerntherapeuten gemacht wird, der auf verschiedene bewährte Methoden für die Arbeit mit legasthenen Kindern zurückgreifen kann, um das »Passende« auswählen zu können. Ferner sollte der Klassenlehrer über die Legasthenie des betroffenen Schülers informiert werden und Kenntnis erhalten, wie die Trainingsansätze der außerschulischen Unterstützung aussehen, um die Förderung bestmöglich unterstützen zu können. Grundsätzlich kann die Förderung im Einzelunterricht oder auch bedingt im Gruppenunterricht erfolgen. Welche Gruppenvariante, Trainingsdauer und Häufigkeit am geeignetsten sind, muss für jedes Kind individuell herausgefunden werden. Das Kind darf nicht überfordert werden. Daher ist auch die Umgebung, in der das Training stattfindet, nicht unerheblich für einen Trainingserfolg. Da legasthene Kinder leicht ablenkbar sind, sollten die Räumlichkeiten zwar hell und freundlich, aber nicht überladen sein. Es sollte genügend Raum gegeben sein, um einen vernünftigen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen zu können, an dem das Kind bequem am Tisch und am PC arbeiten kann (und nicht auf dem Sofa). Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern, der Schule und allen eventuell in die Betreuung des Kindes involvierten therapeutisch-medizinischen Stellen sollte stattfinden.