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AD(H)S diagnostiziert - was nun?

Kinder und Jugendliche mit einer diagnostizierten AD(H)S sollten auf jeden Fall professionelle Hilfe erhalten. Es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen, die den Kindern und Jugendlichen helfen können, mit ihrer AD(H)S besser zu Recht zu kommen. Nur wenn das Training individuell auf das Kind abgestimmt wird, kann es erfolgreich sein. Aber auch die Umgebung eines betroffenen Kindes leidet oftmals stark unter den Symptomen des Kindes. Für Eltern und Lehrer gibt es ebenfalls Möglichkeiten, sich selbst und dem Kind das Leben mit der AD(H)S zu erleichtern.

Eine verbreitete Maßnahme ist die Behandlung mit Medikamenten. Bei schweren Fällen der AD(H)S können diese hilfreich sein, damit beispielsweise ein weiterführendes psychotherapeutisches Training überhaupt greifen kann. Oftmals werden die Medikamente jedoch von Anfang an eingenommen, ohne dass dies tatsächlich notwendig ist oder vorher andere Maßnahmen ausprobiert wurden.

Grundsätzlich sprechen wir uns dafür aus, dass zunächst versucht wird, die AD(H)S ohne Medikamente in den Griff zu bekommen. Dies begründen wir insbesondere mit den ernstzunehmenden Nebenwirkungen des Wirkstoffes Methylphenidat (z.B. in Ritalin enthalten), der meistens zur Behandlung der AD(H)S eingesetzt wird. So erschweren oftmals Appetitlosigkeit, Bauch- und Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Übererregbarkeit den Kindern und Jugendlichen das Leben. Zudem ist auf die möglichen Gefahren eines Wirkstoffes, der unter das Betäubungsmittelgesetzes fällt, sowie auf weitere unbekannte, da noch nicht erforschte, Nebenwirkungen hinzuweisen. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass der Wirkstoff die Gehirnentwicklung der Kinder beeinträchtigt[1].

Als erfolgversprechender bzw. auch als eine hilfreiche Ergänzung zu einer medikamentösen Therapie haben sich unterstützende psychosoziale und pädagogische Maßnahmen beim Kind selbst und im Umfeld des Kindes (Eltern, Lehrer) erwiesen. Hierzu gibt es eine Fülle an Möglichkeiten, beispielsweise verschiedene Therapiearten, soziale Kompetenztrainings, Entspannungsverfahren, Eltern- und Lehrertrainings. Diese sind in erster Linie wichtig für die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst, aber auch Eltern und Lehrer profitieren sehr davon. Die Techniken helfen den Betroffenen, ihre Potenziale zu nutzen und mit ihren Schwächen umgehen zu lernen. Ziel ist die Verzögerung der impulsiven Reaktion, das Training der Aufmerksamkeit und Konzentration, die Förderung der Selbstwahrnehmung und der Selbststeuerungsfähigkeiten sowie die Stärkung des Selbstwertgefühls.

Grundlegend ist das Vorgehen individuell auf die Bedürfnisse und Schwierigkeiten des betroffenen Kindes/Jugendlichen zuzuschneiden und seine Umgebung mit einzubinden.


Fußnoten

  1. Gray, J.D., Punsoni, M., Tabori, N.E., Melton, J.T., Fanslow, V., Ward, M.J., Zupan, B., Menzer, D., Rice, J., Romeo, R.D., Brake, W.G., Torres-Reveron, A., and MILNER, T.A.: Methylphenidate treatment of juvenile rats alters brain areas involved in cognition, motivated behaviors, appetite and stress. _J. Neurosci._ 27: 1796 - 7207 (2007) [zurück]