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Ursachen

Die Ursachen und Entstehungsmechanismen einer AD(H)S sind leider noch nicht vollständig geklärt. Angenommen wird jedoch, dass AD(H)S eine ausgeprägte genetische Grundlage hat. Diese erbliche Komponente interagiert mit anderen Einflussfaktoren und verursacht so eine AD(H)S.

Die genetische Grundlage bezieht sich auf Auffälligkeiten in bestimmten Hirnarealen. So liegt wohl eine Dysregulation in bestimmten Neurotransmittern (Botenstoffe, die zwischen den einzelnen Zellen Verbindungen herstellen) vor und zwar insbesondere in Hirnregionen, die für die Verhaltenssteuerung und Aufmerksamkeit zuständig sind. Von den Auffälligkeiten betroffen ist wohl insbesondere der Neurotransmitter Dopamin, der in zu geringer Menge vorhanden ist. Es hat sich herausgestellt, dass ein Mangel an Dopamin dazu führt, dass die motorische Kontrolle, Impulsivität, Reizwahrnehmung und Reizverarbeitung vermindert ist, wodurch es den Betroffenen erschwert wird, wichtige von unwichtigen Informationen zu trennen und diese Informationen für ihre Handlungsplanung zu verwenden. Es zeigen sich die bereits geschilderten Symptome einer AD(H)S.

Hinzu kommen weitere Einflussfaktoren, die in Interaktion mit einer genetischen Prädisposition eine AD(H)S verursachen können. Hierzu zählen der Nikotin- oder Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft sowie Frühgeburten. Diese zusätzlichen Faktoren können die Hirnfunktionen des Fötus beeinträchtigen und so das Risiko für AD(H)S erhöhen. Als haltlos erwiesen hat sich hingegen die Annahme, dass bestimmte Umweltgifte wie Lebensmittelzusatzstoffe (Konservierungs- oder Farbstoffe), raffinierte Zucker oder eine Vergiftung durch Blei, Pestizide oder Quecksilber eine AD(H)S verursachen können.

Auch die sozialen Bedingungen, unter denen ein Kind aufwächst (Familie und Schule), können das Entstehen einer AD(H)S begünstigen. Als Risikofaktoren gelten beispielsweise psychische Probleme bei den Eltern (auch AD(H)S), Streitereien, finanzielle Belastungen, eine geringe Ausbildung der Eltern und ein niedriger sozioökonomischer Status. Oftmals wirken das Verhalten des Kindes/Jugendlichen und die Reaktion des sozialen Umfeldes (Eltern, Lehrer) zusammen und es entsteht ein negativer Teufelskreis der sozialen Interaktion.

Somit hat AD(H)S zwar eine genetische Grundlage, die momentan noch nicht von Grund auf „vermieden“ werden kann. Da aber Umweltfaktoren und soziale Bedingungen an der Entstehung einer AD(H)S mitwirken bzw. ihren Verlauf beeinflussen können, gibt es eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten. Zudem kann man auch ohne Ursachenwissen bei den Symptomen der betroffenen Kinder ansetzen und gezielt an der Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität arbeiten.


Diagnose

Die Diagnostik sollte multimodal geschehen, d.h. es werden verschiedene Methoden kombiniert, um ein möglichst umfassendes und aussagekräftiges Bild der vorliegenden Symptomatik zu erhalten. So werden beispielsweise Fragebögen auf Eltern-, Lehrer- und Schülerseite, Verhaltensbeobachtungen, Aufmerksamkeitstests sowie eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Dies geschieht meistens durch Fachärzte oder Psychologen.

Für das Vorliegen einer AD(H)S müssen [1] gewisse Kriterien erfüllt sein: So müssen beispielsweise die Symptome der Unaufmerksamkeit und/oder Hyperaktivität und Impulsivität mindestens über die letzten sechs Monate, in mindestens zwei Lebensbereichen (also nicht nur auf bestimmte Situationen wie Hausaufgaben beschränkt) sowie erstmals bereits vor dem 7. Lebensjahr aufgetreten sein. Zudem dürfen die Symptome durch keine andere psychische Störung (z.B. affektive Störung, Angststörung) oder anderweitig (z.B. Intelligenzminderung, Medikamente) besser erklärt werden.

Wird eine AD(H)S diagnostiziert, so ist es unerlässlich, unterstützende Maßnahmen zu ergreifen, um insbesondere dem betroffenen Kind/Jugendlichen, aber auch dem Rest der Familie den Alltag zu erleichtern.

Fußnoten

  1. DSM IV, Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen, 4. Auflage [zurück]